Delicando
Shopify-Plus Stores auf einer Plattform
Produkte, in allen Stores automatisch aktuell
Monate für komplexe Multi-Store-Migration
Delicando: Vier Shops, eine Plattform für Spirituosen-E-Commerce auf Shopify Plus
Delicando aus Weiz in der Steiermark ist das Premium-Genussportal für erlesene Spirituosen und Wein: über 10.000 Produkte, allein mehr als 2.000 Whiskys, dazu Rum, Gin, Tequila, Likör und eine breite Weinauswahl. Verkauft wird fast ausschließlich online, an Privatkunden in sechs Ländern genauso wie an Gastronomie und Großhandel, ergänzt um den Abholmarkt vor Ort.
Professionell in der Sache, persönlich in der Zusammenarbeit
Mit vier unterschiedlichen Shops, verschiedenen Kundengruppen und Märkten war unser Projekt alles andere als Standard. Digit-One hat unsere Anforderungen verstanden und gemeinsam mit uns pragmatische Lösungen entwickelt. Besonders schätzen wir aber auch die offene und unkomplizierte Art der Zusammenarbeit. Über die intensive gemeinsame Projektzeit ist ein gegenseitiges Vertrauen entstanden, das mittlerweile auch einen freundschaftlichen Charakter hat, und genau das macht die Zusammenarbeit für uns besonders.

Gernot Glantschnig
Geschäftsführer @ delicando GmbH
Die Ausgangslage: ein Shop für alle ist ein Shop für niemanden
Delicando verkaufte über ein selbst entwickeltes Shopsystem, das über Jahre gewachsen war und an seine Grenzen kam. Die eigentliche Herausforderung steckte aber im Geschäftsmodell: Drei Kundengruppen mit komplett unterschiedlichen Anforderungen teilen sich ein Sortiment. Privatkunden wollen stöbern, entdecken und bequem bestellen. Die Gastronomie bestellt wiederkehrend, in Mengen und zu eigenen Konditionen. Der Großhandel arbeitet mit eigenen Konditionen und ganz eigenen Prozessen. Und weil Preise, Sortimente und Verfügbarkeiten je Kundengruppe nicht öffentlich vermischt werden dürfen, war klar: Ein einzelner Shop, der allen alles zeigt, kann das nicht sauber abbilden. Dazu kommt eine Branche voller Sonderregeln: Pfand auf Gebinde, Verbrauchsteuer, Preisangaben bis zur Omnibus-Richtlinie, und in der Schweiz ein Werberecht, das für Spirituosen eigene Gesetze schreibt. Genau diese Komplexität war der Auftrag.
Das Konzept: getrennte Stores, gemeinsames Fundament
In einer gemeinsamen Konzeptphase haben wir mit delicando eine Anforderungs- und Funktionsübersicht erarbeitet und abgenommen, die bis heute die Grundlage des Projekts ist: jedes Feature mit Beschreibung, Lösungsansatz und klarer Verantwortung. Auf dieser Basis fiel die Architektur-Entscheidung, die das Projekt prägt: kein Shop mit Weichen und Workarounds, sondern vier getrennte Shopify-Plus-Stores, die sich ein Fundament teilen. Privatkunden, Gastronomie, Großhandel und die Schweiz bekommen jeweils genau die Plattform, die zu ihnen passt, plus ein eigener Entwicklungs-Store zum gefahrlosen Testen.
Damit vier Stores nicht vierfache Arbeit bedeuten, liegt das Theme in einem gemeinsamen Repository: ein Codestand, per CI/CD-Pipeline in alle Stores ausgerollt. Neue Features und Fixes erreichen jede Instanz, ohne dass jemand viermal Hand anlegt. Als Basis diente ein zugekauftes Theme, das wir in ein professionelles Entwicklungssetup mit Versionskontrolle, Feature-Branches und Reviews überführt und tiefgreifend an die Marke delicando angepasst haben. Bewusst pragmatisch: Das Budget floss in die Features, die delicando unterscheidbar machen, nicht in die Neuerfindung von Standard.
Automatisierung statt Doppelpflege
Bei 10.000 Produkten pflegt niemand Daten doppelt. Die angebundenen Systeme von delicando bleiben die führende Quelle, die Stores übernehmen automatisiert, was sie brauchen, und spielen Bestellungen und Kundendaten zurück. Diese Strecke haben wir gemeinsam mit der IT von delicando konzipiert und so im Shop verankert, dass sie auch bei zehntausend Artikeln und vier Instanzen verlässlich durchläuft.
Auf derselben Grundlage läuft alles, was sonst Handarbeit wäre. Die Übersetzungen in vier Sprachen hält eine automatisierte Pipeline aktuell, die täglich nur anfasst, was sich geändert hat. Gesetzlich vorgegebene Positionen wie das Pfand ergänzt eine von uns entwickelte Shopify Function automatisch im Warenkorb, mit Hinweis auf Kachel und Produktseite. Und die Verkaufskanäle außerhalb des Shops greifen dieselben Daten ab, von Google Shopping bis zu den Preisvergleichern.



B2C: Entdecken bei 10.000 Produkten
Ein Sortiment dieser Größe ist Fluch und Segen: Wer Orientierung schafft, verkauft. Der Privatkunden-Shop setzt deshalb auf eine KI-gestützte Suche mit intelligenten Filtern, kuratierte Kategorien-Einstiege mit sauberer Hierarchie und Breadcrumbs, und Markenseiten, die wir als eigene, SEO-fähige Seiten aufgebaut haben, statt sie als bloße Hersteller-Attribute verkümmern zu lassen. Dazu kommen die Dinge, die aus Besuchern Stammkunden machen: Wunschliste, Produktbewertungen, Back-in-Stock-Benachrichtigungen für ausverkaufte Raritäten und ein Kundenkonto mit Rechnungsdownload und Storno-Anfrage direkt aus der Bestellübersicht.
Die Preisdarstellung haben wir bis ins Detail durchgearbeitet: Grundpreise, Steuerhinweise und Streichpreise, sauber über Storefront, Warenkorb, Checkout und Bestätigungsmail hinweg. Bei einem Sortiment mit Pfand und Verbrauchsteuer ist das keine Kür, sondern die Grundlage für Vertrauen und Rechtssicherheit.
Auch inhaltlich ist der Shop auf Sichtbarkeit gebaut: Kategorieseiten tragen ihre SEO-Inhalte strukturiert in eigenen Feldern und blenden Bereiche nur ein, wenn es wirklich Inhalte gibt. Der Blog trennt Wissen und Rezepte, und Rezepte liefern ihre strukturierten Daten gleich an Google mit. Wer international einsteigt, wird per IP-Erkennung freundlich in den passenden Markt geleitet, mit einem Wechsler für Land und Sprache, der sich nahtlos ins Theme fügt.
Optimiert auf zwei Zahlen: Conversion und Warenkorbwert
Von Anfang an war klar, woran sich der neue Shop messen lassen muss: Conversion Rate und durchschnittlicher Bestellwert. Deshalb steckt die Optimierung nicht in einem einzelnen Feature, sondern in vielen Handgriffen entlang der ganzen Journey. Die Fortschrittsanzeige im Warenkorb zeigt, wie nah das nächste Ziel ist, und macht aus Versandschwellen einen Anreiz statt einer Überraschung. Geschenkkarten und Guthaben werden direkt im Warenkorb-Flyout eingelöst, ohne Umweg über den Checkout: eine Lösung über die Storefront API, die es so von der Stange nicht gibt. Gebinde- und Mengenvorteile machen die größere Bestellung attraktiv und zahlen direkt auf den Warenkorbwert ein. Der passwortlose Login räumt die größte Hürde für wiederkehrende Kunden ab, der Gäste-Checkout die für neue. Und wer heute noch nicht kauft, bleibt erreichbar: über die Wunschliste, Back-in-Stock-Benachrichtigungen und Web-Push, der auch ohne E-Mail-Adresse funktioniert.
B2B: zwei Shops, die wie Werkzeuge funktionieren
Gastronomie und Großhandel bestellen anders, also bekommen sie eigene Stores. Ohne Login zeigen die B2B-Shops weder Preise noch Konditionen: Kacheln, Produktseiten und Suche blenden alles Sensible aus, das Produkt-Schema gibt keine Preise an Suchmaschinen weiter, und statt des Warenkorb-Buttons lädt die Registrierung ein. Erst nach der Freigabe durch delicando öffnet sich der Shop, und zwar für jeden Kunden individuell.
Dahinter arbeitet die eigentliche Maschine: Individuelle Kundengruppen, Konditionen und B2B-spezifische Bestelllogiken werden automatisiert aus den angebundenen Systemen übernommen. Was ein Kunde sieht und zu welchen Bedingungen er bestellt, entscheidet sein Profil, nicht der Zufall. Unsere Arbeit steckt darin, dass diese Trennung überall hält: in Kacheln und Produktseiten, in der Suche, in den strukturierten Daten für Suchmaschinen und in den Feeds nach außen. Ein Shop, der Preise nur im Frontend versteckt, ist kein B2B-Shop. Deshalb liegen die Regeln dort, wo sie niemand umgehen kann.
Im Alltag zählt danach Tempo: wiederkehrende Bestellungen ohne Umwege, Einkaufslisten, Dokumente im Kundenkonto und eine Anfrage-Strecke für alles, was nicht im Standardsortiment liegt.
Rabatte, die Shopify so nicht kann
Jede Kundengruppe rabattiert anders, und genau hier hört der Shopify-Standard auf: Kombinierbarkeit ist dort klassenbasiert geregelt, feinere Regeln lassen sich damit nicht sauber abbilden. Statt das im Theme zu verbiegen, haben wir die Mechanik als eigene Shopify Functions gebaut. Sie rechnen serverseitig, greifen deshalb in jedem Kanal gleich und lassen sich nicht umgehen. Ausnahmen inklusive: gesetzlich geregelte Positionen wie das Pfand bleiben rabattfrei, ebenso gezielt ausgenommene Artikel über eine getaggte Kollektion. Dieselbe Ebene sichert ab, was nicht verhandelbar ist. Was in ein Land nicht verkauft werden darf, stoppt eine Validierung im Checkout und nicht erst der Kundenservice.

Die Schweiz: wenn das Recht die Architektur bestimmt
Für Spirituosen gelten in der Schweiz eigene, strenge Regeln. Für den Schweizer Markt wurde deshalb eine eigene Store-Logik entwickelt, die diese lokalen regulatorischen Anforderungen berücksichtigt, statt den internationalen Shop mit Sonderfällen zu durchlöchern. Der vierte Store war dadurch kein zweites Projekt, sondern eine weitere Instanz auf dem bestehenden Fundament: gleicher Codestand, eigene Konfiguration, eigener Markt. Genau dafür ist eine Multi-Store-Architektur gemacht. Was lokal anders sein muss, ist anders. Alles andere bleibt gemeinsam gepflegt, und wer aus der Schweiz kommt, landet automatisch dort, wo für ihn alles stimmt.
Migration ohne Kaltstart
Ein gewachsener Shop hat ein Gedächtnis, und das durfte nicht verloren gehen. Die Kundenkonten haben wir ohne Passwort-Chaos migriert: Statt zehntausende Kundinnen und Kunden zum Passwort-Reset zu zwingen, setzt der neue Shop auf den Login per E-Mail-Code. Konto behalten, einloggen, fertig. Mehrere Jahre Bestellhistorie wurden übernommen, damit Stammkunden ihre Bestellungen wiederfinden und der Kundenservice nicht bei null anfängt. Guthaben aus dem Treueprogramm wanderte als Store Credit mit, Gutscheine behielten ihren Restwert. Und damit die über Jahre aufgebauten Rankings den Umzug überleben, wurde jede alte URL sauber auf ihr neues Zuhause umgeleitet, inklusive kuratierter Übernahme der wichtigsten Blog-Inhalte auf Basis der Search-Console-Daten.
Der Go-Live selbst war dann fast unspektakulär, und genau das war der Plan: Nach einem Soft-Launch des Bestellprozesses reduzierte sich der große Moment technisch auf einen DNS-Eintrag, mit dem ganzen Team in Bereitschaft.
Das Ergebnis
Vier Stores, die sich wie ein System pflegen lassen und sich für jede Kundengruppe wie ihr eigener Shop anfühlen. Privatkunden entdecken 10.000 Produkte in vier Sprachen, Gastronomie und Großhandel arbeiten mit ihren Konditionen hinter dem Login, und die Schweiz läuft rechtssicher auf ihrer eigenen Instanz. Die Plattform ist live und bleibt in Bewegung: Neue gesetzliche Anforderungen wie der elektronische Widerruf landen genauso im Setup wie neue Shopify-Bausteine. Sie wächst im laufenden Betrieb weiter und wird von uns kontinuierlich weiterentwickelt: Genau so war es gedacht.
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