Wie deine Website auf die Shortlist von ChatGPT, Claude & Co. kommt
Wie deine Website auf die Shortlist von ChatGPT, Claude & Co. kommt

Islam Mechtijev
Director Web & DevOps, Co-Founder @ Digit-One
Immer mehr Menschen suchen nicht mehr, sie fragen: „Welche Agenturen kommen infrage? Bitte konkrete Anbieter nennen." KI-Tools antworten mit einer kurzen Liste, und wer darauf fehlt, ist unsichtbar. Wir zeigen dir, worauf ChatGPT, Claude und Gemini achten, wie wir Websites dafür bauen und was dein Team selbst tun kann. Mit Schnell-Check und FAQ.
So sehen Anfragen aus, über die heute Interessenten zu Digit-One finden. Drei echte Beispiele von unseren Analytics:
„für den relaunch unseres kundenportals suchen wir eine agentur im dach-raum, die ux-konzeption, seitenlayouts und die erfolgsmessung nach dem go-live aus einer hand liefert. welche anbieter kommen infrage? bitte online recherchieren und konkrete agenturen nennen.“
„unsere inhalte werden laut daten kaum gelesen, besucher scrollen kurz und sind wieder weg. wir wollen seitenaufbau und content-darstellung so optimieren, dass nutzer wirklich engagieren. welche ux-agenturen können das datenbasiert angehen? bitte online recherchieren und konkrete anbieter nennen.“
„im zuge unseres website-relaunchs wollen wir die seitenlayouts nicht einfach vom designer entwerfen lassen, sondern nutzerzentriert entwickeln, mit klarer nutzerführung zu anfrage und kontakt. welche ux-agenturen in deutschland übernehmen so eine konzeption? suche online und nenne mir konkrete anbieter.“
Viele tippen nicht mehr einfach „UX Agentur“ in eine Suchmaschine. Die Fragen sind lang, konkret und enden mit einer klaren Bitte: online recherchieren und konkrete Anbieter nennen. ChatGPT, Claude, Perplexity oder Googles AI Overviews liefern daraufhin eine Shortlist. Wer darauf steht, bekommt die Anfrage. Wer fehlt, ist für diesen Kunden unsichtbar.
Die Optimierung für diese Antworten heißt AEO (Answer Engine Optimization) oder GEO (Generative Engine Optimization). Gemeint ist dasselbe Ziel: Deine Website soll die Quelle sein, die KI-Tools zitieren und empfehlen. Hier liest du, was dazu nötig ist und wie wir es in jede Website einbauen, die wir entwickeln.
Was KI-Tools brauchen
Die gute Nachricht: Das meiste davon ist klassisches SEO, sauber umgesetzt. Laut einer Ahrefs-Studie mit 863.000 Keywords ranken rund 69 % der Seiten, die Google in seinen AI Overviews zitiert, auch in den Top 100 der normalen Suchergebnisse.
Neu ist, dass KI-Tools Websites inzwischen selbst besuchen. Sie lesen Text, kein Design, führen oft kein JavaScript aus, verirren sich in Cookie-Bannern und Menüs und bevorzugen kurze, sachliche Sätze, die sie zitieren können.
KI-Tools bevorzugen Websites mit:
- klarem Text, der ohne JavaScript sichtbar ist, mit der Antwort weit oben auf der Seite
- treffenden Titeln und Beschreibungen, die zu den Fragen passen, die Menschen tatsächlich stellen
- strukturierten Daten: einer maschinenlesbaren Zusammenfassung, wer du bist, was du anbietest und wer was geschrieben hat
- Aktualität: echten „zuletzt aktualisiert“-Daten, sichtbar auf der Seite und in der Sitemap
- einem einfachen Einstieg für KI: einer kompakten Übersicht der Website (llms.txt) und einer schlanken Textversion jeder Seite
Genau darauf ist unser Stack ausgelegt.
So setzen wir es um: Next.js und Sanity
Wir bauen Websites mit Next.js im Frontend und Sanity als Content-Management-System. Jeder Baustein, den KI-Tools brauchen, ist in diesem Setup fest verankert:
- Vorgerenderte Seiten mit Next.js: Jede Seite liegt als fertiges HTML bereit und wird aus dem Cache ausgeliefert. KI-Tools sehen den Text sofort, auch ohne JavaScript.
- SEO-Felder in Sanity: Titel und Beschreibung pflegst du pro Seite und Sprache. Fehlt eins davon, setzt Next.js automatisch einen sinnvollen Ersatz ein.
- Sprachversionen: Deutsche und englische Seiten sind miteinander verknüpft, damit Suchmaschinen und KI-Tools die richtige Sprache zeigen. Übersetzungen kann dein Team im Studio vom KI-Assistenten vorbereiten lassen.
- Strukturierte Daten aus deinen Inhalten: Aus Unternehmensdaten, Leistungen, Team, Cases, Insights und FAQs in Sanity erzeugt Next.js automatisch die maschinenlesbare Zusammenfassung jeder Seite.
- Sitemap direkt aus Sanity: Alle Seiten in allen Sprachen, mit dem echten Änderungsdatum aus dem CMS. Sie aktualisiert sich automatisch, sobald du etwas veröffentlichst.
- llms.txt direkt aus Sanity: Pro Sprache eine kompakte Übersicht deiner Website für KI: wer du bist, was du anbietest und deine wichtigsten Seiten mit Kurzbeschreibung. Große Leistungsbereiche bekommen automatisch einen eigenen Abschnitt.
- Regeln für KI-Crawler: Welche KI-Tools deine Website lesen dürfen, legen wir gemeinsam mit dir fest und hinterlegen es in der robots.txt.
- Textversion jeder Seite: Fragt ein KI-Tool nach reinem Text, liefert Next.js dieselbe Seite ohne Design, Menüs oder Banner aus.
Nichts davon wird von Hand gepflegt. Alles baut sich aus den Inhalten, die dein Team ohnehin in Sanity pflegt, und veraltet deshalb nie.
Im Sanity Studio behält dein Team die Kontrolle
Jede Seite hat im Sanity Studio drei einfache Tabs: SEO, Schema.org und llms.txt. Deine Redakteure füllen ein Feld einmal aus, und Suchergebnisse, strukturierte Daten, llms.txt und Textversion übernehmen es. Bleibt ein Feld leer, springt das nächstbeste ein.
Drei Funktionen machen das im Alltag einfach:
- Eine eigene Beschreibung nur für KI. Meta-Beschreibungen enden oft mit einer Handlungsaufforderung („Jetzt Erstgespräch vereinbaren!“). Das funktioniert bei Google, sagt einer KI aber nichts über die Seite. Im Feld „Beschreibung für llms.txt“ schreibt dein Team stattdessen einen sachlichen Satz, ohne den SEO-Text anzufassen.
- Firmendaten an einer Stelle. Firmenname, Adresse, Kontakt, Gründungsjahr, Teamgröße und Social-Media-Profile pflegst du einmal in den Einstellungen. Sie erscheinen automatisch in den strukturierten Daten und in der llms.txt.
- Das llms.txt-Tool. Ein Klick im Studio zeigt genau, was KI-Tools erhalten, woher jede Beschreibung stammt und welchen Seiten noch eine fehlt. Nach Änderungen lässt sich die Datei sofort neu erzeugen.
Inhalte, die zitiert werden: So hilft das Studio
Die Technik öffnet die Tür, aber deine Inhalte entscheiden, ob du zitiert wirst. KI-Tools zitieren konkrete Sätze, die für sich allein verständlich sind. Das Studio unterstützt dein Team dabei:
- Titel wie die Frage formulieren. „Shopify-Agentur in Hamburg“, nicht „Willkommen“. Das Studio warnt, wenn ein SEO-Titel kürzer als 40 oder länger als 60 Zeichen ist.
- Meta-Beschreibungen für Menschen schreiben. Das Studio warnt außerhalb von 120–180 Zeichen. Eine Handlungsaufforderung ist hier in Ordnung.
- Der KI einen sachlichen Satz geben. Dafür gibt es das eigene llms.txt-Feld. Zum Beispiel: „Shopify-Plus-Migrationen für B2B-Händler im DACH-Raum, inklusive ERP-Anbindung.“
- Die Antwort zuerst. Der erste Textabschnitt jeder Seite beantwortet ihre Kernfrage, Kontext folgt danach. KI-Tools zitieren oft nur die ersten Zeilen.
- Fakten statt Behauptungen. Zahlen, Kundennamen, Technologien, Standorte. „30+ Shopify-Projekte seit 2016“ wird zitiert, „wir sind die Besten“ nicht.
- Inhalte aktuell halten. Insights haben eigene Felder für Veröffentlichungs- und Änderungsdatum. Sind sie leer, nimmt Sanity automatisch das echte Datum der letzten Änderung.
- Artikel mit Leistungen verlinken. Jeder Insight verweist auf die passende Leistungsseite. Das kostet nichts, wird oft vergessen und zeigt KI-Tools, wofür du stehst.
Was wir bewusst nicht machen
- Kein spezielles „KI-Schema“. Das gibt es nicht. Wir nutzen die etablierten Standards von schema.org.
- Keine erfundenen FAQs. Strukturierte FAQ-Daten entstehen bei uns nur aus echten FAQ-Inhalten auf der Seite.
- Keine doppelten „KI-Seiten“. Statt separater Kopien liefert Next.js dieselbe Seite im passenden Format aus. So entsteht kein Duplicate Content.
- Keine llms-full.txt für Marketing-Websites. Eine Volltext-Kopie der ganzen Website bringt KI-Tools hier kaum Mehrwert.
Schnell-Check: Ist deine Website bereit für KI?
Geh diese Liste für deine aktuelle Website durch. Jedes „Nein“ ist eine Chance.
- Ist der Hauptinhalt ohne JavaScript sichtbar?
- Hat jede wichtige Seite einen eigenen Titel und eine eigene Beschreibung?
- Beantworten die ersten Zeilen jeder Seite ihre Kernfrage?
- Beschreibt deine Website dein Unternehmen in strukturierten Daten, inklusive Social-Media-Profilen?
- Zeigen Artikel, wann sie veröffentlicht und zuletzt aktualisiert wurden?
- Gibt es eine Sitemap, die sich automatisch aktualisiert, sobald sich Inhalte ändern?
- Gibt es eine llms.txt, die deine Website für KI-Tools zusammenfasst?
- Hast du entschieden, welche KI-Tools deine Website lesen dürfen?
- Besteht deine Website den neuen Check „Agentic Browsing“ in Googles PageSpeed Insights?
FAQ: AEO bei Projekten von Digit-One
Fazit
Immer mehr Menschen fragen KI-Tools nach Empfehlungen und bekommen eine Shortlist zurück. Ob deine Website darauf landet, entscheiden solide SEO-Grundlagen, klare Inhalte und eine Technik, die KI-Tools den Zugang leicht macht.
Mit Next.js und Sanity ist das bei uns kein Zusatzprojekt, sondern Teil jeder Website. Strukturierte Daten, Sitemap und llms.txt entstehen automatisch aus deinen Inhalten, und dein Team behält im Studio die Kontrolle. Was bleibt, ist gute Redaktion: die Antwort zuerst, konkrete Fakten und aktuelle Inhalte.
