Barrierefreiheit in der UI/UX Gestaltung: Ein Muss für Inklusivität

Barrierefreiheit in der UI/UX Gestaltung - Ein Muss für Inklusivität
Datum:10. Januar 2024·Lesezeit:5 Minuten
Porträt von Jacqueline „Jackie“ Dähn, Creative Director und Co-Founder bei Digit-One

Jacqueline Dähn

Creative Director & Co-Founder @ Digit-One

Barrierefreiheit in der UI/UX-Gestaltung ist mehr als nur ein Trend – sie ist eine entscheidende Säule für eine inklusive und zugängliche digitale Welt. Erkunden wir gemeinsam die bewährten Praktiken und Prinzipien.

Einleitung

In Europa leben etwa 87 Millionen Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten, die nicht immer mit den Standards konventioneller Webstrukturen übereinstimmen. Barrierefreiheit im Web zielt darauf ab, digitale Inhalte für jede Person zugänglich zu gestalten – unabhängig von körperlichen, technischen oder geistigen Unterschieden. 95 % der Menschen mit Behinderungen haben ihre Einschränkungen erst im Laufe ihres Lebens erworben, was die Bedeutung von Accessibility und barrierefreiem Design unterstreicht.

Barrierefreiheit im Web umsetzen

Ein bekanntes Beispiel für Barrierefreiheit sind die universellen Symbole, wie das WC-Symbol. Diese Symbole erleichtern unseren Alltag, indem sie klare Informationen bieten. Ähnlich definieren die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG 2.2) die Struktur und Funktionalität von Webinhalten.

WCAG Prinzipien

Die WCAG Prinzipien umfassen vier Hauptkategorien:

  1. Wahrnehmbarkeit: Inhalte sollten von allen User:innen wahrgenommen werden können. Dazu gehört die Verwendung von Alt-Text für Bilder und anpassbarer Schriftgröße.
  2. Bedienbarkeit: Inhalte sollten jederzeit zugänglich sein, z.B. durch Tastaturnavigation und die Möglichkeit, Videos zu pausieren.
  3. Verständlichkeit: Inhalte müssen klar und nachvollziehbar sein, was die Struktur und Sprache betrifft.
  4. Robustheit: Inhalte sollten von aktuellen und zukünftigen Technologien, wie Screenreadern, unterstützt werden.

European Accessibility Act (EAA)

Der European Accessibility Act (EAA) ist ein bedeutender Schritt, um sicherzustellen, dass alle Menschen Zugang zu digitalen Inhalten haben. Die Umsetzung dieser Gesetze erfordert ein inklusives Design, das die Bedürfnisse aller Nutzer:innen berücksichtigt.

Tipps für barrierefreies UI/UX Design

1. Richtige Wahl von Farben und Kontrasten

Achte darauf, dass das Kontrastverhältnis zwischen Text und Hintergrund mindestens 4,5:1 beträgt. Dies ist entscheidend für Menschen mit Farbenblindheit. Verwende zudem Icons zur Unterstützung von Text.

2. Textabschnitte kurz halten

Kurze Textabschnitte und eine klare Schriftart verbessern die Lesbarkeit, insbesondere für Menschen mit Lese- oder Sehschwierigkeiten. Die WCAG empfiehlt, die Anzahl der Zeichen pro Zeile auf unter 80 zu beschränken.

3. Klare Fokus States

Fokus States sind wichtig für Nutzer, die mit der Tastatur navigieren. Sie müssen klar angezeigt werden, um eine reibungslose Navigation zu gewährleisten.

4. Konsistente Userführung

Eine konsistente Gestaltung und Benutzerführung ist entscheidend. Elemente sollten einheitlich agieren, damit Nutzer sich nicht fragen müssen, wie sie sich auf der Website bewegen können.

Fazit

Digitale Barrierefreiheit ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit, um eine inklusive digitale Landschaft zu schaffen. Die Umsetzung von barrierefreien Designpraktiken ist nicht nur eine ethische Verpflichtung, sondern auch eine Chance zur Verbesserung der nutzerzentrierten Zugänglichkeit. Jedes Design sollte darauf abzielen, Barrieren abzubauen und eine nahtlose, zugängliche Erfahrung für jede Person zu schaffen.

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